Universelles, modulares Ausbildungssystem in der Pflege

Universelles, modulares Ausbildungssystem in der Pflege

Beschreiben Sie die zu lösende Herausforderung: Die deutsche Pflege entspricht in Ausbildung und Anforderungsprofil nicht oder nur bedingt internationalen Standards. Das schafft unsichere Rechte, komplizierte, frustrierende Abläufe, unnötigen Ressourcen-Verbrauch und schlechtere Bedingungen für Patienten. Gleichzeitig wurden über viele Jahre Stellen eingespart, sind heute viele Stellen unbesetzt, wurden und werden viele Pflegekräfte mit internationaler Ausbildung angeworben. Und es gibt auf den Stationen viele Hilfskräfte. Beschreiben Sie Ihren Lösungsansatz: Jede/r, der/die auf Station zum Einsatz kommt, besucht zuvor ein Standard-Basis-Modul und muss auf Station nicht eigens angeleitet werden. Die zuständigen Pflegekräfte prüfen lediglich, ob die im Modul vermittelten und getesteten Leistungen zuverlässig erbracht werden. Ist das der Fall, so gilt dieser Mensch bezogen auf dieses Modul als qualifiziert und kann auf jeder Station, die Bedarf in diesem Feld hat, zu einem festen Tarif arbeiten. Jede weitere Tätigkeit wird in weiteren Standard-Modulen vermittelt. Wer diese erfolgreich absolviert und auf Station funktioniert, ist genau für den Bereich qualifiziert. Ob und wann weitere Module besucht werden, ist individuell. Ist das Anforderungsprofil für Pflegehelfer abgedeckt, können weitere Module im Bereich Pflege oder Stationsmanagement besucht werden. Am Ende stehen Pflegekräfte oder Stationsassitstenten, die Telefon, Dokumentation, Transporte, Bestellungen etc managen. Es folgt ein modulares Studium auf internationalem Niveau.

Points

Examinierte Kräfte und Stations-Leitungen müssen nicht ständig überall sein und sich um alles kümmern. Sie können sich auf ihre Mitarbeiter in ihren Einsatzgebieten uneingeschränkt verlassen und haben Kopf und Hände frei für die Dinge, die kompetentes Handeln auf ihrem Ausbildungs-Niveau verlangen. Unterstützt werden sie von der Stationsassistenz, die sich um Telefondienst, Krankentransporte, Untersuchungstermine, Angehörigenkontakte, Dokumentationspflichten, Bestellungen etc kümmern.

Jede/r, der/die ein soziales Jahr absolviert, im Rahmen von Medizin-Studium, Ausbildung etc ein Pflege-Praktikum macht, professionell in die Pflege einsteigen will, als Arbeitsloser in der Pflege eingesetzt werden soll oder zu Hause Angehörige pflegt, bekommt das gleiche Basispaket, allenfalls differenziert nach besonderen Bedürfnissen einzelner Zielgruppen. Alle, die dieses Modul absolviert haben, sind direkt handlungsfähig und können sich problemlos verständigen.

Wird das System transparent auf einer open source Plattform angeboten, besteht die Möglichkeit, dass viele Akteure aus Theorie und Praxis kontinuierlich daran arbeiten. So können viele Anregungen und Erkenntnisse schnell eingebracht und umgesetzt werden.

Das deutsche Pflegesystem kann unmerklich und ohne großen Aufwand an internationale Standards angepasst werden, indem man mit einfachen Modulen von hoher Qualität beginnt und dann schrittweise alle Akteure für Ihr spezifisches Niveau fit macht, die international ausgebildeten Kräfte gemäß ihrer Ausbildung einsetzt und allen interessierten deutschen Pflegekräften die Möglichkeit anbietet, ihre Qualifikation mit einem berufsbegleitenden modularen Fernstudium auf ein internationales Level anzuheben

Unsere Pflege ist derzeit nicht nachhaltig. Das beeinträchtigt die Gesundheit von Pflegeenden und Patienten. Ein wichtiger Aspekt ist die die personelle Unterbesetzung, die inzwischen auch öffentlich diskutiert wird. Weniger bekannt ist die Rolle der Pflegeausbildung. M. M. n. ist es mit der klassischen Pflegeausbildung unter den gegebenen Umständen nur schwer möglich, pflegerischen Nachwuchs zu bekommen, der dauerhaft im Beruf verbleibt.

Die einzelnen Krankenhäuser investieren nicht in eine eigene Ausbildungsabteilung, sondern in einen Koordinationsrat, der mit den Stationsleitungen Anforderungsprofile für einen optimalen Stationsalltag erstellt und überlegt, welche Qualifikationen wie oft auf Station gebraucht werden und wie die Abläufe am besten zu organisieren sind.

Das Modulsystem ermöglicht es, eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure einzubinden und zu vernetzen. Es ermöglicht gesicherte Standards, transparente Qualifikationen, einfache Erfassung und Ergänzung von Bestehendem. Denn ein Großteil der Module kann digital erstellt und verfügbar gemacht werden. Die konkreten Einheiten können dezentral an Krankenhäusern oder Bildungs-Institutionen angeboten werden. Kursleiter können leicht für einzelne Module oder Modulgruppen qualifiziert werden.

Die Stationen können schneller und effizienter mit geeignetem Personal ausgestattet werden, weil alle Mitarbeiter über ein jeweils klar definiertes Funktionsniveau verfügen und dieses auch zuverlässig abdecken. Fehlende Module können bei Bedarf leicht und kostengünstig ergänzt werden. Wer begabt, engagiert und ehrgeizig ist, lernt schneller. Wer sich mit manchen Dingen schwer tut oder ein bestimmtes Funktionsniveau bevorzugt, lässt sich Zeit. Jeder Einzelne ist wertvoll!

Jedes nötige Update, jedes weitere Modul kann leicht auf dem Bestehenden aufbauen. Jede/r, der/die das Basismodul absolviert hat, ist sofort einsetzbar und kann ein Stationsteam bereichern. Jede/r auf Station macht das, was er/sie am besten kann. Alle haben das, was sie täglich brauchen, gründlich gelernt. Was fehlt, kann es leicht erworben werden. Niemand ist gezwungen, sich durch eine Ausbildung zu quälen, die ihn/sie überfordert. Keine Station muss Mängel der Mitarbeiter ausgleichen.

Alle Ausbildungs-Module sind in sich abgeschlossen, transparent und leicht evaluierbar. Sie lassen sich schnell und ohne großen Aufwand an neue Anforderungen und Erkenntnisse anpassen. Jede beliebige Ergänzung für spezielle Zielgruppen und Zwecke lässt sich in das bestehende System einbinden. Jede Weiterbildung kann auf bestehenden Modulen aufgebauen. Akteure mit unterschiedlichen Voraussetzungen können schnell, kostengünstig und effizient an die Pflege heran geführt werden.

Ich finde die von Chiara beschriebenen Vorschläge klingen sehr innovativ und sollten geprüft werden. Als Personalvermittlerin sehe ich einen dringenden Bedarf, dass Berufsbild der Pflegenden attraktiver zu machen und zu berücksichtigen, was Interessierte an diesem Berufsbild suchen: Sie wollen Menschen helfen. In unserem aktuellen System, werden sie aber nicht für das "spenden menschlicher Nähe" bezahlt sondern ausschließlich für notwendige Unterstützungshandlungen.

Sorry, ich habe das unter Nachhaltigkeit eingeordnet, weil es zwar nicht im engen ökologischen Sinn nachhaltig ist, aber im Sinne des Ressourcen-Verbrauchs an Zeit, Kraft, Geld, Organisation

Redaktioneller Hinweis: Eigentlich fehlender Sachzusammenhang. Weitere Informationen zu diesem Konsultationsverfahren unter www.open-government-deutschland.de (insbesondere unter "Mitmachen").

Es geht sogar teilweise so weit, dass der Stress auf Station ökologische Auswirkungen hat.

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